Steuerabzüge für Energie- und Umweltschutzinvestitionen

Steuerabzüge für Energie- und Umweltschutzinvestitionen

Energiespar- und Umweltschutzinvestitionen sind bereits heute ein wichtiges Thema, dessen Bedeutung wird in Zukunft noch zunehmen. Nachfolgend ein kurzer Überblick in die Behandlung solcher Investitionen bei den Einkommenssteuern.

In der Verordnung über die Massnahmen zur rationellen Energieverwendung und zur Nutzung erneuerbarer Energien vom 24.08.1992 sind die steuerlich vom Einkommen abzugsfähigen Kosten für Energiesparen und Umweltschutz aufgeführt. Es handelt sich dabei ausschliesslich um Aufwendungen im Zusammenhang mit bestehenden Gebäuden. Abzugsfähig sind dabei sowohl werterhaltende als auch wertvermehrende Aufwendungen (Letztere sind normalerweise nicht abziehbar). Entsprechende Investitionen in Neubauten können dagegen nie abgezogen werden. Sie gelten vollumfänglich als Anlagekosten, die erst bei einer späteren Veräusserung bei der  Grundstückgewinnsteuer geltend gemacht werden können. Wann bzw. wie lange eine Baute in dieser Hinsicht als «Neubau» gilt, ist kantonal unterschiedlich geregelt.

Gemäss besagter Verordnung sind im Wesentlichen folgende Kosten abzugsfähig:
• Kosten für Massnahmen zur Verminderung der Energieverluste der Gebäudehülle;
• Kosten für Massnahmen zur rationellen Energienutzung bei haustechnischen Anlagen, einschliesslich der Kosten für Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien;
• Kosten für energietechnische Analysen und Energiekonzepte; sowie
• Kosten für den Ersatz von Haushaltgeräten mit grossem Stromverbrauch, wobei diese Geräte im Gebäudewert eingeschlossen sein müssen.

Als zu fördernde und damit abziehbare erneuerbare Energien gelten laut Verordnung: Sonnenenergie, Geothermie, mit oder ohne  Wärmepumpen nutzbare Umgebungswärme, Windenergie und Biomasse (inkl. Holz oder Biogas), nicht jedoch die Nutzung der Wasserkraft. Lärmschutzmassnahmen sind nicht in der Verordnung aufgeführt und damit steuerlich ebenfalls nicht abzugsfähig.

Die in der Verordnung erwähnten Aufwendungen sind nur dann abzugsfähig, wenn die getroffenen Massnahmen tatsächlich dem Energiesparen bzw. der Umwelt und nicht bloss dem Wohnkomfort dienen. Durch die getroffenen Massnahmen muss der Energieverlust der Gebäudehülle gemindert werden oder die haustechnischen Anlagen auf eine rationelle Energienutzung umgerüstet werden (energetisch bessere Fenster, bessere Isolation, Fotovoltaikanlagen etc.).

Die abzugsfähigen Energiespar- und Umweltschutzinvestitionen werden auf Bundesebene in der Liegenschaftskostenverordnung und auf Ebene der Kantone in diversen Praxiserläuterungen weiter konkretisiert. Die betreffenden Kosten sind für die Zwecke der direkten
Bundessteuer und – mit einer Ausnahme – der kantonalen und kommunalen Einkommenssteuern den Liegenschaftsunterhaltskosten gleichgestellt und können als solche vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Einzig das Steuergesetz des Kantons Luzern kennt bislang keine entsprechende Regelung. In den Kantonen, welche eine derartige Gleichstellung von Kosten für Umweltschutz, Energiesparen
mit Unterhaltskosten vorsehen, bindet dies nicht nur den Kanton, sondern auch die steuerpflichtigen Personen, weshalb eine spätere Berücksichtigung bzw. Nachholung als Anlagekosten bei der Grundstückgewinnsteuer nicht möglich ist.

Für die Geltendmachung ist es notwendig, dass die Unterhaltskosten effektiv ausgewiesen werden. Wird in der Steuererklärung anstelle der tatsächlichen Unterhaltskosten der Pauschalabzug geltend gemacht, dürfen keine zusätzlichen Kosten für Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen in Abzug gebracht werden.

Können abzugsfähige Investitionskosten für Energiesparen und Umweltschutz in der Steuerperiode, in der sie angefallen sind, steuerlich nicht vollständig abgezogen werden, weil das steuerbare Einkommen dazu nicht ausreicht, sind die nicht berücksichtigten Kosten seit der Steuerperiode 2020 auf maximal zwei nachfolgende Steuerperioden übertragbar. Zudem lässt sich ein Bauvorhaben so planen, dass die Kosten in verschiedenen Bemessungsperioden anfallen.

Förderbeiträge, die für zum Abzug zugelassene Energiespar- und Umweltschutzinvestitionen ausgerichtet werden, reduzieren die entsprechenden Unterhaltskosten. Werden die Förderbeiträge nicht in der gleichen Steuererklärung an die betreffenden Investitionskosten angerechnet, stellen die Beiträge steuerbares Einkommen dar. Allfällige weitere Entschädigungen, wie beispielsweise Einspeisevergütungen, die beim Betrieb einer Fotovoltaikanlagen ausgerichtet werden, gelten ebenfalls als steuerbares Einkommen. Ebenso sind Förderbeiträge für nicht abzugsfähige Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen als steuerbares Einkommen auszuweisen, wie z. B. Umstiegs- bzw. Förderprämien für die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs.

Mehrwertsteuerfolgen bei Dienstleistungsexporten

Mehrwertsteuerfolgen bei Dienstleistungsexporten ins Ausland

Erbringt ein Unternehmen Dienstleistungen im Ausland, so sind diese von der Mehrwertsteuer befreit. Sie müssen auf der Mehrwertsteuer-Abrechnung unter den Ziffern 200 und 221 deklariert werden, analog der Warenexporte. Die Belege und Buchungen sind gut zu dokumentieren, mit genauen Leistungsbeschrei­bungen.Als Schweizer Leistungserbringer empfiehlt es sich zu prüfen, ob die exportierte Dienstleistung im Land des Empfängers nicht mehrwertsteuerpflichtig ist. Werden zum Beispiel Beratungen an Geschäftskunden in EU-Staaten geleistet, wird davon ausgegangen, dass diese Kunden im Staat ihrer Ansässigkeit auch mehrwert­steuerpflichtig sind und deshalb die Bezugsteuer abrechnen. Werden die gleichen Leistungen an eine Privatperson oder an eine Institution, die nicht mehrwert­steuerpflichtig ist, erbracht, muss der Schweizer Leistungserbringer selbst prüfen, ob er die erbrachte Dienstleistung nicht doch selbst im Staat des Kunden ver­steuern muss und dadurch dort mehrwertsteuerpflichtig wird. Für elektronische Dienstleistungen kennt die EU ein vereinfachtes Verfahren, das OSS (One-Stop-Shop) Abrechnungsverfahren.

Erbschafts- und Schenkungssteuern

Erbschafts- und Schenkungssteuern

Die Erbschafts- und Schenkungssteuern sind Rechtsverkehrs- beziehungsweise Rechtsübertragungssteuern. Besteuert wird die Übertragung oder der Übergang von Rechten an Vermögen. Da die Besteuerung von Erbschaften in der Schweiz der kantonalen Steuerhoheit unterliegt, kann es zu erheblichen Unterschieden in den fälligen Erbschaftssteuersätzen, abhängig vom zuständigen Kanton kommen. 

Grundsatz

Der Besteuerung unterliegt das Vermögen, das durch gesetzliche Erbfolge, Verfügung von Todes wegen, Schenkung oder eine andere Leistung der empfangenden Person gegenübersteht.

Keine Erbschafts- und Schenkungssteuern entrichten Nachkommen, Eltern sowie Eheleute und in eingetragener Partnerschaft lebende Personen, wenn der Vermögensanfall während der Ehe oder während der eingetragenen Partnerschaft erfolgt ist.

Im Kanton Aargau sind Ehegatten, eingetragene Partner, direkte Nachkommen sowie Eltern von der Erbschafts- und Schenkungssteuer befreit.

Grundlage für die Erhebung der Erbschaftssteuern bei den anderen Erben (z.B. Geschwister oder nicht verwandte Personen) bildet das Nachlassinventar, welches von den Gemeinden aufgenommen wird. Mit diesem Inventar, in welchem die Aktiven und Passiven des Nachlasses unter Aufrechnung weiterer Kosten wie beispielsweise Grabunterhalt erscheinen, erhalten die Erben eine erste Auskunft über die Höhe ihrer voraussichtlichen Erbanteile und der anfallenden Steuern.

Erbschaftssteuern

Die Erbschaftssteuern werden am letzten Wohnsitz des Erblassers erhoben. Erbschaften an direkte Nachkommen und Ehepartner sind steuerfrei. Bei weiteren Erben variiert die Höhe der anfallenden Erbschaftssteuern nach Verwandtschaftsgrad und Erbschaftssumme.

 

 

 

Erbengemeinschaften und Steuern

Erbengemeinschaften und Steuern

Hinterlässt ein Erblasser mehrere Erben, so sind diese durch die gesetzliche Erbengemeinschaft miteinander verbunden (Art. 602 ZGB). Bei Erbengemeinschaften herrscht das Einstimmigkeitsprinzip. Alle Erben müssen mit den Handlungen der Gemeinschaft einverstanden sein. Weigert sich beispielsweise ein Erbe eine Liegenschaft aus der Erbengemeinschaft zu verkaufen, so kommt der Kaufvertrag nicht zustande. Dadurch ist die Entscheidungsbildung oft aufwendig und es kann – je nach Sachlage – schwierig sein, einen Konsens zu finden.

Dieses Einstimmigkeitsprinzip führt dazu, dass Erbengemeinschaften zum Teil jahrzehntelang nicht aufgelöst werden können. 

Wichtig zu wissen ist, dass jedes Mitglied der Erbengemeinschaft jederzeit die Teilung verlangen kann. Die Erben können auch nur einen Teil der Erbschaft aufteilen und den anderen Teil in der Erbengemeinschaft belassen; zum Beispiel eine Liegenschaft (partielle Erbteilung). Wenn alle einverstanden sind, ist es auch möglich, einzelne Erben auszubezahlen.

Eine Erbengemeinschaft kann nur mit einem Erbteilungsvertrag oder durch ein gerichtliches Urteil gänzlich aufgehoben werden.

Besteuerung von Erbengemeinschaften

Eine Erbengemeinschaft ist keine eigene Rechtspersönlichkeit. Das heisst, jeder Erbe ist für seinen Anteil am Einkommen und Vermögen persönlich steuerpflichtig. Zu deklarieren sind die Einkünfte und Vermögenswerte ab dem Todestag bis zur Auflösung der Erbengemeinschaft. Wenn Liegenschaften zur Erbengemeinschaft gehören, so müssen diese ebenfalls anteilsmässig mit dem Steuerwert und den Erträgen erfasst werden. Ausserkantonale oder Liegenschaften im Ausland, führen zu einer sekundären Steuerpflicht am Ort der Liegenschaft. Dazu ist der Liegenschaftsgemeinde i.d.R. eine Kopie der Steuererklärung vom Hauptsteuerdomizil einzureichen. 

Normalerweise wird eine Person aus der Erbengemeinschaft, ein Willensvollstrecker oder ein Erbschaftsvertreter bestimmt, welcher die Verwaltung für die Erbengemeinschaft übernimmt und deren administrative Belange regelt. Es ist ratsam, dass diese Person eine jährliche Aufstellung/ Aufzeichnung für Steuerzwecke erstellt, damit die Erben diese für die Steuererklärung verwenden können.  

Unterlagen für die Steuererklärung

Dem Steueramt muss mitgeteilt werden, welche Mittel oder Vermögenswerte den Erben während einer Steuerperiode zugeflossen sind. Grundsätzlich ist keine Erbschaftssteuer geschuldet, wenn die Vermögenswerte von den Eltern an die Kinder vererbt werden, da die Erbschaftssteuern zwischen Eltern und Kindern in sämtlichen Kantonen – mit einer Ausnahme – abgeschafft wurden.

Die Steuerbehörde berechnet den Vermögensstand am Anfang und Ende jeder Steuerperiode und vergleicht die Veränderung mit dem steuerbaren Einkommen. Wenn die Erben ihre geerbten Beträge ordnungsgemäss deklarieren, kann die Steuerverwaltung den ausserordentlichen Vermögenszuwachs plausibilisieren.
 

Unverteilte Vermögenswerte, die in der Erbengemeinschaft verbleiben

Die Einkünfte und Vermögenswerte aus unverteilten Erbschaften wird jedem Erben anteilsmässig zugerechnet. Die meisten Steuerverwaltungen publizieren einen Fragebogen für unverteilte Erbschaften(auch: «Erbschafts-und Schenkungssteuer» «Fragebogen für Erbengemeinschaften», ode «Fragebogen zur Ermittlung der Anteile an Einkommen und Vermögen»). Damit können die gemeinsam gehaltenen Vermögenswerte und Schulden, Einkommen und Ausgaben deklariert werden. Die Erben müssen nur noch ihre Quote mittels der persönlichen Steuererklärung deklarieren.

Bei Fragen sind wir gerne für Sie da.

Vor- und Nachteile einer Immobiliengesellschaft

Vor- und Nachteile einer Immobiliengesellschaft

Bei Immobilienbesitz stellt sich die Frage ob dieser besser direkt (Privat) oder indirekt über eine Immo-AG gehalten werden soll?

Nachfolgende eine Auflistung der wichtigsten Punkte über die Vor- und Nachteile:

Liegenschaft im Privatvermögen

Vorteile:

  • Verkaufsgewinn unterliegt der Grundstückgewinnsteuer. Wird nicht mit  dem übrigen Einkommen zusammengerechnet.
  • Auch ohne effektiven Liegenschaftsunterhalt kann jährlich ein pauschaler Liegenschaftsunterhalt geltend gemacht werden
  • Liegenschaftsunterhaltskosten sind abzugsfähig
  • Bei selbstbewohnten Liegenschaften wird der Eigenmietwert angewendet

Nachteile:

  • Unsicherheit bezüglich gewerbsmässigem Liegenschaftenhandel
  • Es können keine Abschreibungen und Rückstellungen vorgenommen werden.
  • Hohe Steuerprogression kann nicht eliminiert werden, Erträge erhöhen die Steuerprogression
  • Alle Investitionen und Finanzierungen müssen privat getragen werden
  • Grundsätzlich keine Verlustvorträge mit Ausnahme der neu ab 01.01.2020 vorgesehenen Verlustvorträge übertragbar auf 2 Folgejahre (Investitions-kosten, die dem Energiesparen und dem Umweltschutz dienen oder Rückbaukosten im Hinblick auf einen Ersatzneubau)

Liegenschaft im Geschäftsvermögen / Immobilien-AG

Vorteile:

  • Es können Abschreibungen und Rückstellungen gebildet werden.
  • Der jährliche Gewinn der Immobilien-AG wird in der juristischen Gesellschaft mit dem Gewinnsteuersatz besteuert. Ohne Progression
  • Kalkulierbare Steuerbelastung sowohl der jährlichen Gewinne als auch eines allfälligen Spekulationsgewinnes in der Gesellschaft (13 –25% je nach Kanton)
  • Keine AHV und Familienzulagenabgaben auf Gewinn
  • Privilegierte Besteuerung von Dividendenausschüttungen beim Aktionär
  • Aktionärsdarlehen steuerneutral zurückführen
  • Grösserer Freiraum bei der Steuerplanung (z.B. Zeitpunkt, Höhe von Dividenden)
  • Einfachere Handhabung bei Vererbung (Aktien statt Liegenschaften)

Nachteile:

  • Umstrukturierungskosten, Handänderungs- und Notariatskosten (einmalig)
  • Buchhaltungs- und Beratungskosten
  • wirtschaftliche Doppelbesteuerung (Unternehmensgewinn und Dividendenbezug)
  • Beachtung der wirtschaftlichen Handänderung beim Verkauf eines Aktienpaketes einer Immobiliengesellschaft.
  • Grundstückgewinnsteuer beim Übertrag der Liegenschaft in die eigene Gesellschaft
  • Allenfalls 1% Emissionsabgabe bei Gründung, Einbringung der Liegenschaft
  • Neben der Gewinnbesteuerung in der AG/GmbH ist die Besteuerung im Zeitpunkt der Ausschüttung (Dividende) zu beachten.
  • Wirtschaftliche Handänderung bei Verkauf der Aktienmehrheit (Grundstückgewinnsteuer)
  • Kein pauschaler Unterhaltsabzug möglich, nur effektive Kosten abzugsfähig
  • Allenfalls höhere Vermögenssteuer (Steuerwert der Aktien ist tendenziell höher als Katasterwert der Liegenschaft)

Bei allen Vorteilen sollten auch die Nachteile nicht übersehen werden. Werden Liegenschaften in die eigene Gesellschaft übertragen, fallen eine Grundstückgewinnsteuer und eventuell eine Abgabe für Emissionswerte von einem Prozent an. 

Weitere Punkte sind die wirtschaftliche Handänderung beim Verkauf der Aktienmehrheit und die Tatsache, dass kein pauschaler Unterhaltsabzug in Immobilien AG möglich ist. Einen Unterschied gibt es bei der Vermögensteuer. Meistens ist der Steuerwert der Aktien höher als der Katasterwert der Liegenschaft. 

Grundstückgewinnsteuer auf Stufe Kapitalgesellschaft

Je nach Kanton wird beim Verkauf der geschäftlichen Liegenschaft die Grundstückgewinnsteuer (monistisch) oder die Gewinnsteuer (dualistisch) erhoben. Die Grundstückgewinnsteuer erfasst den Wertzuwachs der Liegenschaft (Differenz zwischen Anschaffungswert und Verkaufspreis). 
Bei der direkten Bundessteuer unterliegt einerseits der Wertzuwachs und andererseits die wieder eingebrachten Abschreibungen der Gewinnsteuer. Im monistischen-System besteuert der Kanton auch bei juristischen Personen den Wertzuwachs mit der Grundstückgewinnsteuer und nur die wieder eingebrachten Abschreibungen werden mit der Gewinnsteuer erfasst.

Bin ich gewerbsmässiger Liegenschaftenhändler?

Kommt das Halten und Verwalten von Liegenschaften im Privatvermögen einer selbständigen Erwerbstätigkeit gleich, so liegt aus steuerlicher Betrachtungsweise ein gewerbsmässiger Liegenschaftenhandel vor. Die Indizien hierfür sind beispielsweise: Häufige Transaktionen, kurze Haltedauer, Branchenkenntnisse oder markante Fremdfinanzierung. Die Umqualifizierung hat auf privater Ebene weitere Steuern und Abgabefolgen (Sozialversicherungen, AHV-Beiträge). Es ist empfehlenswert die Situation hinsichtlich gewerbsmässigem Liegenschaftenhandel vorgängig zu überprüfen.  

Fazit

Wohnen Sie Privat in einem Tief­steuer­kanton (etwa in Schwyz, Obwalden oder Zug) und eine Immobilie in einem Hoch­steuer­kanton besitzen (zum Beispiel Genf, Waadt, Basel-Stadt, Bern oder Zürich), ist die Wahrschein­lich­keit grösser, dass sich eine Immobilien AG lohnt. Das heisst Ort der Liegenschaft und Wohnsitz der Aktionäre ist entscheidend. Oft macht eine Immobilien-AG jedoch erst bei hohen Mieterträgen Sinn.

Zudem hängt die Entscheidung auch vom Lebenszyklus der Immobilie und der geplanten Besitzdauer ab. Neben den steuerlichen Überlegungen sind aber auch finanzielle, organisatorische, haftungstechnische und betriebswirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen. 

Ohne situationsbezogene Steuerberechnung ist eine objektive Entscheidungsgrundlage unmöglich. Wir beraten Sie gerne. 

Phantom Stocks

Phantom Stocks

Was sind Phantom Stocks?

Phantom Stocks sind fiktive bzw. virtuelle Beteiligungsrechte für das Personal. Dabei erhält der Mitarbeiter keine Aktien der Unternehmung, sondern wird vertraglich so gestellt, wie wenn er Aktien der Gesellschaft halten würde. Der Mitarbeiter wird somit nicht direkt am Aktienkapital der Gesellschaft beteiligt. Er erhält keine Aktionärsstellung aus gesellschaftsrechtlicher Sicht. Er bekommt hingegen eine vertraglich geregelte Erfolgsbeteiligung. Der Mitarbeiter erhält zu einem festgelegten Zeitpunkt eine Prämie in Abhängigkeit des Verkehrswertes der „normalen“ Aktien ausbezahlt. So kann im Phantom Stock Programm beispielsweise vereinbart werden, dass dem Mitarbeiter bei einem Verkauf der Mehrheit sämtlicher Aktien der Gesellschaft (=Exit) eine Erfolgsprämie zusteht.

Steuerliche Behandlung von Phantom Stocks

Die eidgenössische Steuerverwaltung beurteilt Phantom Stocks aus steuerlicher Sicht als „unechte Mitarbeiterbeteiligungen“. Weil diese dem Mitarbeiter regelmässig keine weiteren Rechte wie Stimm- und Dividendenrechte einräumen, gelten die unechten Mitarbeiterbeteiligungen bis zu ihrer Realisation steuerlich als blosse Anwartschaften. Geldwerte Vorteile aus der Einräumung von unechten Mitarbeiterbeteiligungen sind somit erst im Zeitpunkt ihres Zuflusses als Lohnbestandteil (zzgl. Sozialversicherungen) steuerbar. Als Erwerbseinkommen unterliegt der gesamte geldwerte Vorteil der Einkommenssteuer, d.h. aus unechten Mitarbeiterbeteiligungen kann für den Mitarbeiter kein steuerfreier privater Kapitalgewinn resultieren.

Für die Mitarbeitenden ist diese Art der Mitarbeiterbeteiligung steuerlich eher uninteressant, da der gesamte Zufluss immer steuerbar bleibt: Aus unechten Mitarbeiterbeteiligungen kann nie ein allseits angestrebter steuerfreier Kapitalgewinn resultieren. 

Steuerfolgen der indirekten Teilliquidation, aktuelle Praxisentwicklung

Steuerfolgen der indirekten Teilliquidation, aktuelle Praxisentwicklung, BGER Entscheid vom 19.11.2021

Was ist eine indirekte Teilliquidation?

Beim Verkauf  von Anteilsscheinen, Aktien, Stammanteilen, erhofft die natürliche Person, einen steuerfreien Kapitalgewinn nach Art. 16 DBG zu erzielen. Werden jedoch nachfolgende Kriterien missachtet, so erfolgt eine steuerliche Umqualifizierung infolge indirekter Teilliquidation zu steuerbarem Vermögensertrag.

  • aus dem Verkauf einer Beteiligung von mindestens 20 Prozent am Grund- oder Stammkapital einer Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft (Verkauf einer Beteiligung > 20%),
  • vom Privatvermögen in das Geschäftsvermögen einer anderen Person (Systemwechsel),
  • soweit innert fünf Jahren nach dem Verkauf nicht betriebsnotwendige Substanz ausgeschüttet wird, die im Zeitpunkt des Verkaufs bereits vorhanden und handelsrechtlich ausschüttungsfähig war (Ausschüttung von vorhandener nicht betriebsnotwendiger Substanz innert 5 Jahren nach dem Verkauf),
  • unter Mitwirkung der Strukturierung des Verkäufers (Mitwirkung).

Wenn eine natürliche Person eine Beteiligung von mindestens 20% an einer Kapitalgesellschaft aus dem Privatvermögen in das Geschäftsvermögen einer anderen natürlichen oder juristischen Person veräussert, müssen die Alarmglocken läuten.

Der Verkäufer hat dann zwingend zu prüfen,

  • ob die Zielgesellschaft im Zeitpunkt des Verkaufs über nicht betriebsnotwendige und handelsrechtliche ausschüttungsfähige Reserven verfügt, und
  • wie es um die Bonität des Käufers steht bzw. ob der Käufer den Kaufpreis aus eigener Kraft finanzieren kann. Dies ist insbesondere dann relevant, wenn die erwerbende Gesellschaft (meist Übernahmeholding) erst neu gegründet wurde.
  • Amortisationsdauer und -fähigkeit eines Verkäuferdarlehens. Können aus den laufenden Gewinnen, sowohl Amortisation und Schuldendienst (Verzinsung) innert normalerweise 7 Jahre amortisiert werden?

Unterlässt ein Verkäufer entsprechende Abklärungen, kann aus einem steuerfreien Kapitalgewinn schnell ein steuerbarer Vermögensertrag werden.

Bevor eine Transaktion oder Verkauf durchgeführt wird, sind die steuerlichen Folgen unabdingbar zu prüfen. Oder allerspätestens bevor eine Substanzentnahme aus der Zielgesellschaft realisiert wird.

Steuergesetz Änderung im Kanton Aargau ab Steuerperiode 2022

Steuergesetz Änderung im Kanton Aargau ab Steuerperiode 2022

Mit der Abstimmung vom 15. Mai 2022, hat das Aargauer Stimmvolk der Steuergesetzänderung mit knapp 57% Ja-Anteil zugestimmt. Folgende Änderungen erfolgen:

  1. Erhöhung des Pauschalabzug für Versicherungsprämien sowie Zinsen von Sparkapitalien von natürlichen Personen. 

Gemäss Steuergesetz Art. 40 StG, werden von den Einkünften abgezogen: g) als Pauschalbetrag für Einlagen, Prämien und Beiträge für die Lebens-, die Kranken- und die nicht unter litera f fallende Unfallversicherung sowie für die Zinsen von Sparkapitalien der steuerpflichtigen Person und der von ihr unterhaltenen Personen:

1. ab 2022 Fr. 6’000 (bis 2021 Fr. 4’000) für verheiratete Personen, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe leben;

2. ab 2022 Fr. 3’000 (bis 2021 Fr. 2’000) für die übrigen Steuerpflichtigen;

Mit den im Rahmen der Änderung des Steuergesetzes vom 7. Dezember 2021 beschlossenen Pauschalbeträgen ist die Prämienentwicklung für die Steuerperiode 2022 berücksichtigt.

 

      2. Reduktion der Gewinnsteuer bei juristischen Personen

Kapitalgesellschaften und Genossenschaften entrichten als einfache Steuer 5,5 % auf dem steuerbaren Reingewinn (bis 2021 5,5 % auf den ersten Fr. 250’000 des steuerbaren Reingewinns und 8,5 % auf dem übrigen Reingewinn).

Die vorstehende Reduktion unterliegt folgender Übergangsbestimmung:

Kapitalgesellschaften und Genossenschaften entrichten als einfache Steuer vom Reingewinn:

a) vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2023 5,5 % auf den ersten Fr. 250’000.– des steuerbaren Reingewinns;

b) vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 7,5 % auf dem übrigen Reingewinn;

c) vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 6,5 % auf dem übrigen Reingewinn.

Bei Fragen sind wir gerne für Sie da.

Inventarisation und Steuerinventar im Todesfall

Inventarisation und Steuerinventar im Todesfall

Aufgrund der letzten Steuererklärung (unterjährige Steuererklärung) des Erblassers wird entschieden, ob und welche Inventurausfertigung erforderlich ist.

Vor der Abgabe der Steuererklärung darf ohne Zustimmung der Inventarbehörde nicht über das vorhandene Vermögen verfügt werden. Die Inventarbehörde kann eine Siegelung (Beschlagnahme) anordnen, wenn Gefahr besteht, dass Vermögenswerte dem Inventar entzogen werden könnten, oder wenn Gefahr droht, dass der Erbmasse gewisse Teile – zum Nachteil von noch unbekannten Erben – entzogen werden könnten.

Anschliessend wird ein Steuerinventar über den Nachlass aufgenommen. Das Inventar basiert grundsätzlich auf den Angaben in der unterjährigen Steuererklärung. Die Erbberechtigten können beim Bezirksgericht die Aufnahme eines Erbschaftsinventars (öffentliches Inventar oder Sicherungsinventar) verlangen.

Weitere wichtige Informationen finden Sie im Informationsblatt Inventarisationsverfahren

Erbenverzeichnis
Das Inventuramt erstellt ein Verzeichnis der gesetzlichen Erben der verstorbenen Person. Im Erbenverzeichnis sind jedoch keine Angaben zu den tatsächlich erbberechtigten Personen enthalten, da allfällige Verfügungen von Todes wegen (Erbvertrag, Testament, etc.) nicht berücksichtigt werden.

Erbbescheinigung
Im Gegensatz zum Erbenverzeichnis gibt die Erbbescheinigung Auskunft über die erbberechtigten Personen. Sie wird oft benötigt, um über den Nachlass verfügen zu können, insbesondere wenn es um Konten oder Grundeigentum der verstorbenen Person geht. Die Erbbescheinigung kann erst nach Ablauf der Ausschlagungsfrist von drei Monaten ausgestellt werden. Andernfalls müssen die Erben vorgängig die Annahme der Erbschaft erklären. Zuständig für die Ausstellung ist das zuständige Bezirksgericht. Das entsprechende Bestellformular sowie das Merkblatt finden Sie hier

Anmeldung des Erbganges beim Grundbuchamt
Für die Überschreibung von Grundstücken ist immer eine Erbbescheinigung erforderlich. Es wird empfohlen, den Erbgang zeitnah anzumelden. Erst nach diesem Vollzug sind aus dem Grundbuch anstelle der verstorbenen Person die aktuellen Eigentümer ersichtlich. Weitere Informationen über die Anmeldung für die Eintragung der Erben verstorbener Grundeigentümer finden Sie hier

Im Zusammenhang mit den Erbteilungs- und Nachlassangelegenheiten, sollte eine/n Willensvollstrecker oder Erbenvertreter/in, der/die für Auskunftserteilung und Entgegennahme von Verfügungen, Dokumenten und Steuerveranlagung berechtigt ist, bezeichnet werden.

Gerne unterstützen wir Sie bei Fragen. 

Unterjährige Steuererklärung im Todesfall

Unterjährige Steuererklärung im Todesfall

Mit dem Tod einer natürlichen Person erlischt die Steuerpflicht per Todestag. Hatte der verstorbene einen überlebenden Ehegatte, so wird dieser ab dem Folgetag allein steuerpflichtig. Generell sind die Steuern bis zum Ende der Steuerpflicht abzurechnen, weshalb eine unterjährige Steuererklärung auszufüllen ist. Diese wird in der Regel einige Wochen nach dem Todesfall den Erbschaftsvertretern (Erben) zugestellt und ist von diesen ausgefüllt und unterschrieben zu retournieren.

Diese unterjährige Steuererklärung dient einerseits der Deklaration und Veranlagung der Einkommens- und Vermögenssteuern bis zum Todestag. Dabei sind sämtliche Vermögenswerte, Schulden (Passiven), Erträge und Aufwendungen in der unterjährigen Steuererklärung anteilsmässig zu deklarieren.

Weiter bildet die Steuererklärung per Todestag auch die Grundlage für die Inventarausfertigung und Berechnung allfälliger Erbschaftssteuern. Darin sind nebst den üblichen Einkommens- und Vermögensfaktoren zusätzliche Angaben über die güterrechtlichen Verhältnisse, zu allfälligen Liegenschaften, laufende Schulden, Todesfallkosten, Schenkungen und Vorempfänge sowie über die Erbfolge zu machen. Dieser unterjährigen Steuererklärung sind die entsprechenden Belege (Bankauszüge, Versicherungspolicen, laufende Schulden, Angaben über Todesfallkosten usw.) beizulegen. Aufgrund dieser Angaben wird entschieden, ob eine Inventarausfertigung erforderlich ist. 

Besteht ein überlebender Ehepartner so muss zudem ab Todestag bis zum Jahresende eine weitere, eigene Steuererklärung als alleinstehende Person ausgefüllt werden. Die Berechnung der Steuern erfolgt für beide Perioden anteilmässig.